Die Motorradkette richtig fetten und reinigen … -Variante „FAST-EINFACH“-

Was waren das noch für Zeiten, als man mit der S51 (Simson) über die Feldwege gefahren ist und das Thema Kettenpflege gar nicht kannte, da diese einfach in Fett –und zwar richtiges Wälzlagerfett– getränkt im geschlossenen Kettenkasten lief. Quasi unangreifbar für Dreck und Nässe und weiß sonst was alles.

Nun ändern sich die Zeiten und bei so gut wie allen Motorrädern läuft die Antriebskette einfach offen, also ohne jedweden Schutz vor der Umwelt –Schnee, Regen, Dreck, Hundepippi usw.– und bedarf dehalb einer gewissen Pflege. Genau hier fängt der Spaß und vor allem „Glaubenskrieg“ an.

Je mehr man zu dem Thema Kettenpflege liest, desto mehr Meinungen und Verunsicherungen bekommt man. Ich versuche hier mal eine kurze Zusammenfassung der mir bekannten unterschiedlichen Meinungen zur Schmierung und Reinigung zu geben.

  • Die Schmierung
    Meinung 1 – Kettenöler
    Meinung 2 – Kettenfett
    Meinung 3 – Keine Schmierung
    Meinung 4 – Feststoffschmierung
  • Die Reinigung
    Meinung 1 – WD40 
(Was fast jeder im Haus hat, nicht die differenzierten Produkte für die Kette, denn WD40 ist eine Marke mit noch mehr Produktlinien.)
    Meinung 2 – Kettenreiniger für Motorräder
    Meinung 3 – Petroleum (deutsch) / kerosene (amerik. Englisch) / paraffin (brit. Englisch)
    Meinung 4 – Bremsenreiniger

Man sieht allein die hier aufgeführte Vielfalt schafft schon Verwirrung und dabei gibt es noch zig andere „Geheimmittelchen“, oder Methoden um eine Kette zu schmieren und zu reinigen. – Einfach mal bei Google mit den entsprechenden Suchbegriffen hantieren –

Also was ist nun die richtige Lösung, was soll man nutzen?

Jetzt kommen wieder die Kardanfahrer und Riemenfahrer, es gebe ja nichts besseres. Von der Pflege schon aber nicht in jeder Situation immer praktisch und von Vorteil. Um nur mal die Geländefahrten zu nennen, da ist ein Riemen mehr als unangebracht und würde aufgrund der Steine nicht lange überleben. Der Kardanantrieb sorgt für Freude solange er funktioniert, was meist der Fall ist, aber wehe er geht kaputt. Der große Vorteil einer Kette ist, dass diese sehr viel einstecken kann und selbst bei extremer Beanspruchung noch funktioniert, zudem kann hier jeder Mechaniker der Welt eine Reparatur durchführen. Ist doch was Oder?

Aber nun zum eig. Problem, wie pflege ich die Kette richtig und braucht die überhaupt soviel Pflege?

Die Antwort ist wie immer abhängig von der individuellen Situation, trotzdem versuche ich jetzt mal eine einfache und simple Antwort zu erstellen, da dieses Thema echt ausarten kann.

  • Wie oft reinigen?

Ganz einfach, wenn sich auf den Kettengliedern langsam der Dreck ansammelt und diese wie paniert aussieht. Das Augenmerk ist hier auf die Innenseiten zu legen, also wo die Zahnräder reingreifen, denn da erfolgt der Haupteil der Beanspruchung. Trotz Straße und Schotter habe ich meine erst nach knapp 5.000 km richtig gereinigt.

  • Womit reinigen?

Kettenreiniger (nach Anleitung des Herstellers) oder Petroleum, alles andere greift in der Regel die O/X usw. Ringe an und beschädigt diese.

  • Du fährst auf der Straße und Geld spielt keine Rolle?

Kauf dir einen Kettenöler, und zwar gleich einen elektronischen, dann sollte es klappen. Öl verändert seine Viskosität mit der Temperatur, deshalb sollte der Kettenöler dies ausgleichen können, indem er die Zufuhr drosselt oder erhöht. Berechne aber noch die Anzahl an Kettenfett, die du dafür kaufen könntest. 😉 Und ob man Öl auf einem Straßenbike in der Nähe des Reifens braucht, dass sollte jeder selbst entscheiden.
Eigentlich hat der Kettenöler nur einen großen Komfortvorteil, man erspart sich das regelmäßige schmieren der Kette.

  • Du fährst auf der Straße und Geld spielt eine Rolle?

Kettenfett ist die Wahl der Dinge und zwar weißes Kettenfett. Die Leute sagen ja immer man versaut damit die Felgen, aber das kann bei einem Öler nicht anders sein. Bekommt man übrigens mit WD40 oder ähnlichem gut sauber.
Deshalb wie auch beim Öler gilt, nicht zu viel Menge, lieber weniger und erst dann, wenn die Kette anfängt leicht zu glänzen, dann bleibt auch der Rest am Motorrad und der Sozius sauber. Nachteil: man muss öfter nachschmieren, aber das dauert keine 5 Minuten. So eine Kettenfettflasche hält für mehrere tausend Kilometer, um mal eine Marke zu setzen, meine wird sicher für 10.000 km reichen.

  • Du fährst auf der Straße und auch Abseits?

Such dir was aus, beides hat Vor- und Nachteile. Ich persönlich komme gut mit Fett klar, wenn man es sparsam verwendet haftet auch kaum Dreck an der Kette. Um die Abschleuderwirkung von Öl zu nutzen, müsste die Kette schon ordentlich mit Öl sonst geduscht sein und dann wird auch alles andere mit Öl besprenkelt.

  • Du fährst Motocross?

Dann ist Öl die Wahl deiner Schmierung und zwar ohne Kettenöler, da der eh nicht überleben würde und deine Kette i.d.R. eh keine O/X oder anderweitige Ringe besitzt.

  • Hält die Kette mit nem Öler nicht länger als mit Fett?

Konnte mir noch keiner Beweisen, da eine regelmäßig gefettete Kette auch permanent unter Schmierung läuft. Zudem kommt es noch stark auf die Fahrweise an, wie jemand den Gashahn aufreist oder eben nicht.

Fazit:

Es wird viel zu viel Gewese um die Kette gemacht, und wer sein Moped auch mal bei Regen und das ganze Jahr bewegt, der reinigt sicherlich nicht nach 500 km oder 1.000 km die Kette. Das wäre bei mir sonst alle 3 Wochen der Fall.

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